Altstädter Rathaus

Das pittoreske Aussehen des Altstädter Rathauses verdankt es zum Glück der Sparsamkeit der Prager Bürger. Als die Bürger der Altstadt im 14. Jahrhundert die Erlaubnis erhielten, ein eigenes Rathaus zu errichten, verzichteten sie auf einen Neubau und kauften stattdessen ein damals schon altes Gebäude. Diverse An- und Umbauten, die zu verschiedenen Zeiten in ebenso unterschiedlichen Stilen vorgenommen wurden, machten das Rathaus zu einem recht abwechslungsreichen Bauwerk, das seinesgleichen sucht. Die Hauptattraktion an diesem Gemäuer ist die gewaltige astronomische Uhr, die stündlich einen Menschenauflauf verursacht. Mit dem ersten Glockenschlag jeder vollen Stunde zieht der als Skelett dargestellte Tod an einem Seil und dreht das Stundenglas herum. Zwölf Apostel marschieren dann vorbei und ein krähender Hahn beendet das beeindruckende Spektakel. Die aufwändig gestaltete Uhr ist auch ohne das "Puppenspiel" ein wahres Kunstwerk: mit je einem arabischen, römischen und böhmischen Zifferblatt sowie den Tierkreiszeichen und einem Kalendarium dürfte die im 15. Jahrhundert geschaffene Kostbarkeit weit und breit einmalig gewesen sein.

So sehr der Blick in die Höhe auch belohnt wird, umgekehrt sollte man seine Augen auch schweifen lassen. Einem Aufstieg zum Rathausturm winkt die wunderschöne Aussicht über Prag und entschädigt für die Mühe des Treppensteigens. Im Rathaus selbst finden Wechselausstellungen statt, außerdem können das Kellergewölbe, einige Repräsentationsräume und eine Kapelle besichtigt werden. Seine Schokoladenseite hat dieses Gebäude jedoch außen. Hier ein kunstvoll verzierter Erker, dort ein kostbares Renaissanceportal aus rotem Marmor und die ein oder andere Steinskulptur machen einen Rundgang um das Gebäude zu einer Entdeckungstour der besonderen Art.