Brave Soldat Schweijk

Es gibt wohl keinen berühmteren Tschechen als ihn: der brave Soldat Schwejk, der von Jaroslav Hasek ins Leben geschriebene liebenswerte Überlebenskünstler des Ersten Weltkriegs. Wer Schwejk nicht aus dem berühmten Roman kennt, hat vielleicht eine seiner Verfilmungen gesehen und erinnert sich an den herrlichen Abschiedssatz Schwejks, den er einem Freund zuruft, bevor er den Zug zur Front besteigt: "Denk daran, wir treffen uns nach dem Krieg um fünf!"

Die Verabredung wurde für eine der vielen Prager Bierkneipen getroffen, in welcher der schlitzohrige Schwejk nach dem Krieg sein gewohntes Leben wieder aufnehmen wollte.Soviel zur Romanfigur, die fast in allen Charakterzügen und Lebensstationen ihrem Schöpfer entspricht. Jaroslav Hasek wurde 1883 in Prag geboren und lebte dort sein unkonventionelles und sehr wechselhaftes Leben. Nach seiner gescheiterten Drogistenlehre versuchte sich Hasek erfolglos als Bankangestellter, bis er sich schließlich der Schriftstellerei widmete. Wegen seiner Kontakte zur anarchistischen Prager Szene und der oft derben Schreibweise stieß Hasek trotz seiner treffsicheren Beiträge in verschiedenen Zeitungen oft an und wurde von seinen Schriftstellerkollegen der "Gossenliteratur" bezichtigt. Er schrieb wissenschaftliche Abhandlungen über Tiere, die er teilweise selbst erfunden hat und betrieb ein lebhaftes Geschäft mit gestohlenen Hunden, die er mit von ihm eigenhändig gefälschten Stammbäumen gewinnbringend verkaufte.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Hasek an der Ostfront eingesetzt, bis er beschloß, den Krieg für sich zu beenden und zu den Russen überzulaufen. Diese Erfahrungen und Abenteuer verarbeitete er in einem Heftchen mit dem Titel "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk", das 1921 erschien und sich nach und nach zum erfolgreichsten tschechischen Roman mauserte. Hasek starb im Alter von 39 Jahren an den Folgen einer Tuberkulose und seines übermäßigen Alkoholkonsums.