Prager Burg

Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und nicht minder wichtig für das ganze Land - Prazský hrad, die Prager Burg ist ein Symbol dafür, dass nach dunklen Zeiten immer wieder ein Lichtstreif am Horizont erscheint und alles zum Guten wendet. Die mächtige Burg begann vor etwa tausend Jahren als schlichter Holzbau, der als Fürstensitz des Herzogs Borivoj I. erbaut wurde. Nach und nach wichen die hölzernen Befestigungen massiven Steinmauern, bis die mittlerweile ausgedehnte Burganlage Mitte des 11. Jahrhunderts mit einem gemauerten Wall umgeben wurde. Diese Schutzmauer gab quasi den Startschuss für unzählige Erweiterungsbauten.

Fast jeder Herrscher wollte sich in Form eines Anbaus auf der Burg verewigen - entsprechend kunterbunt ging es auch bei den Baustilen zu. Erst im 18. Jahrhundert wollte man diesem architektonischen Wirrwarr die Zügel anlegen und versuchte der Ansammlung von Gebäuden eine einheitliche Ausschmückung zu geben. Diese Umgestaltungsversuche zogen sich lange hin und wurden zuletzt von einem slowenischen Architekten Anfang des 20. Jahrhunderts maßgeblich geprägt. Zusammenfassend kann man die Prager Burg als eine gigantische Festungsanlage mit überwiegend mittelalterlichem Gepräge bezeichnen, das an jeder Ecke mit einer Sehenswürdigkeit in Form eines Denkmals oder historisch bedeutsamen Gebäuden lockt. Ein Spaziergang allein genügt kaum, um das aufzunehmen, was in Stadt- und Kunstführern viele hundert Seiten einnimmt.

Man hat gut zu tun, um das über sieben Hektar große Burgareal zu erkunden, das früher durch einen Graben vom Hradschin, der Burgvorstadt getrennt war. Im Ehrenhof beeindruckt vor allem die stocksteif verharrende Burgwache, die eine volle Stunde bewegungslos dastehen muss. Punkt zwölf Uhr mittags vollzieht sich eine spektakuläre Wachablösung mit Stechschritt und Fahnenübergabe, was immer wieder Massen von Besuchern anlockt. Ein Muss eines jeden Burgbesuchs ist ein Abstecher in den Sankt-Veits-Dom mit seinem beeindruckenden Goldenen Tor. Auch ein Aufstieg auf die Aussichtsplattform des Domturms lohnt die Mühe der 287 zu erklimmenden Stufen, da man von hier oben aus einen herrlichen Blick über ganz Prag hat. Der Königspalast mit dem berühmten Vladislav-Saal, in dem sowohl Krönungszeremonien als auch Ritterturniere hoch zu Ross stattfanden, ist ebenso sehenswert wie die Georgsbasilika oder der Königsgarten. Letztendlich muss man selbst entscheiden, was man sich anschauen will und kann, denn das Pensum an Sehenswertem ist ebenso gewaltig wie die Burg selbst.