Kloster Strahov

Die herrliche Lage des Klosters, das sich über einem Taleinschnitt erhebt, brachte schon viele Menschen zum Schwärmen, so auch den Olmützer Bischof Heinrich, der Strahov mit dem Berg Zion verglich, der über der heiligen Stadt Jerusalem thront.

Das 1140 gegründete Kloster wurde 1142 von Mönchen des Prämonstratenserordens übernommen und eifrig ausgebaut. Durch Brände und kriegsbedingte Zerstörungen erfuhr die Klosteranlage immer wieder neue bauliche Veränderungen, bis sie Mitte des 18. Jahrhunderts ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt. Sehenswert ist die Abteikirche Mariä Himmelfahrt, in der unter anderem der kaiserliche Feldmarschall Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim begraben liegt, der durch Schillers "Wallenstein" zu bleibender Berühmtheit gelangte. "Ich kenne meine Pappenheimer", dürfte wohl jedem Schüler irgendwann zu Ohren gekommen sein. Die Kirche ist in üppigem Barock ausgestattet, was Rückschlüsse auf den Wohlstand des Prämonstratenserordens zulässt, der übrigens das Kloster 1989 wieder in Besitz genommen hat.

Sehr beeindruckend ist die prächtig ausgestattete Bibliothek des Klosters, deren Bestand an alten Büchern auf etwas um eine Million geschätzt wird. In zwei gewaltigen Lesesälen mit herrlichen Deckenfresken lässt sich sicherlich stimmungsvoll in den Folianten blättern. Im Klostergebäude selbst ist eine Bildergalerie untergebracht, die eine wunderschöne Sammlung böhmischer Kunst in ansprechendem Ambiente präsentiert. Das Museum des nationalen Schriftguts, in dem neben anderen Exponaten auch der Nachlass von Franz Kafka und Egon Erwin Kisch zu bewundern ist, sollte man sich ebenfalls nicht entgehen lassen.