Laurenziberg

Auf dem Petrín oder Laurenziberg wurde früher Wein angebaut. Das ist lange her und heute ist der Petrín ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Prager, das die Kleinseite von dem Stadtteil Smíchov trennt. Zwischen Bäumen stehen mehrere Denkmäler berühmter Prager Persönlichkeiten, unter anderem die des Dichters Karel Hynek Mácha, der durch sein Epos "Mai" zum Schutzheiligen der Verliebten wurde, die alljährlich an seiner Gedenkstätte Blumen niederlegen. Wer den Aufstieg über die steile Wiese scheut, kann mit der Standseilbahn zum Prager Hausberg emporschweben. Während der Sommermonate werden die Fahrgäste oben von einem herrlich duftenden Rosengarten empfangen. Hier trifft man noch Überreste der alten Stadtbefestigung an, so zum Beispiel die Hungermauer, die Karl IV. von der hungernden Bevölkerung errichten ließ, um ihr damit Lohn und Brot zu geben, so weiß es die Legende.

Weniger glorreich behaupten andere Gerüchte, dass Karl jüdische Haushalte enteignen ließ, um sich die nötigen Mittel zum Bau dieser Mauer zu verschaffen. Leider nur von außen lässt sich die romanische Laurentius-Kirche besichtigen, da sie meist verschlossen bleibt. Früher soll sich hier eine alte Kultstätte befunden haben, an der schöne Jungfrauen verbrannt wurden. Daneben kann der Laurenziberg auch einen Eiffelturm vorweisen, der fast so schön ist wie sein Pariser Vorbild. Er ist zwar nur fünfmal so klein, also knapp 60 Meter hoch, befindet sich jedoch auf gleicher Höhe mit dem berühmten Franzosen. Auch der Ausblick von diesem Turm ist nicht minder herrlich, da man an klaren Tagen nicht nur Prag, sondern auch das gesamte Umland erblicken kann. Wer diesen Ausblick genießen möchte, muss zuvor 299 Stufen hochklettern, einen Lift sucht man hier vergeblich.

Direkt neben dem Aussichtsturm steht eine hölzerne Ritterburg mit einem kleinen Spiegellabyrinth, das für etwas verzerrte Betrachtungsweisen der eigenen Person sorgt.