Wenzelsplatz

Der Wenzelsplatz spielte schon immer eine große Rolle in der Geschichte Prags. Der weltweit berühmte Platz wurde im 14. Jahrhundert von Kaiser Karl IV. in der ebenfalls um diese Zeit gegründeten Neustadt angelegt. Mit seinen Ausmaßen von 750 Metern Länge und 60 Metern Breite zählte dieser Platz schon damals zu den größten Anlagen Europas. Von Gebäuden aus dem Mittelalter sowie dem 19. und 20. Jahrhundert umgeben, ist architektonisch so ziemlich alles aus diesen Epochen vorhanden. Die wechselvolle Geschichte der Stadt unterwarf auch den Wenzelsplatz vieler Veränderungen, was jedoch zu keiner Zeit seiner Bedeutung und zentraler Stellung etwas anhaben konnte. Zuerst Pferdemarkt, dann Handelsplatz für Getreide, Tuch und Waffen bis hin zum Versammlungsort für Revolutionen und Volksaufständen änderte sich die Nutzung von Prags Zentrum. Mitte des 19. Jahrhunderts wandelte sich der Wenzelsplatz in einen großstädtischen Boulevard, auf dem die vornehme Gesellschaft der Moldaumetropole ebenso gern flanierte wie das einfache Volk. In den 1980er Jahren entstand eine großzügige Grünanlage in der Platzmitte und der Verkehr wurde zugunsten der Fußgänger erheblich eingeschränkt.

Ebenso schöne wie interessante Gebäude rahmen den Wenzelsplatz ein, denen man mehr als nur einen flüchtigen Blick schenken sollte. Das Grand Hotel Europa mit seiner wunderschönen Jugendstilfassade dürfte das bekannteste Bauwerk seiner Art in Prag sein. Doch auch die prächtige Innenausstattung ist einen Obolus wert, der Touristen nur fürs Schauen abverlangt wird.

Spektakuläre Architektur in elegantestem Jugendstil findet man im Palast Koruna, der seinen Namen dem kronenartigen Abschluss seines Eckturms verdankt. Das Geschäfts- und Bürogebäude vereinigt gleich mehrere Elemente des Jugendstils in sich, was seinem Architekten Antonin Pfeiffer mit müheloser Eleganz gelungen ist.

Jugendstil lautete auch das Motto beim Wenzelsdenkmal, das neben den hl. Wenzel hoch zu Ross noch die ebenfalls überlebensgroßen Nationalheiligen Ludmila, Agnes, Prokop und Adalbert verewigt hat.